Maria ist 18 Jahre alt, besucht die Q-Phase unserer Schule und hat im Rahmen des Projekts „Jugend und Wirtschaft“ einen Artikel über die Salzwedler Baumkuchenfabrik in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) platziert. Dabei entdeckte sie, dass hinter einem scheinbar einfachen Kuchen eine überraschende Geschichte steckt.
Maria ist extrovertiert, hilfsbereit und neugierig. Eigenschaften, die ihr beim journalistischen Arbeiten zugute-kommen. In ihrer Freizeit liest sie, trifft sich mit Freunden und ist gerne unterwegs. Dass sie einmal selbst einen Artikel in einer großen deutschen Tageszeitung veröffentlichen würde, hätte sie dennoch nicht erwartet. Denn das Schreiben und Lesen in deutscher Sprache waren für die Schülerin zunächst alles andere als selbstverständlich. Geboren wurde Maria in Syrien, mit sieben Jahren kam sie nach Deutschland. Deutsch lernte sie erst hier und belegt heute das Bili-Profil. Umso spannender war für sie die Herausforderung, im Rahmen des Projekts „Jugend und Wirtschaft“ selbst journalistisch zu arbeiten.
Von der Idee zum Artikel
Im Deutschprojekt „Jugend und Wirtschaft“ bei Frau Comtesse lernen Schülerinnen und Schüler journalistisch zu arbeiten. Sie sichten Beiträge in der F.A.Z., recherchieren, suchen Unternehmen, entwickeln Themenvorschläge, führen Interviews und arbeiten an ihren eigenen Artikeln. Nicht immer ist es einfach, Unternehmen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen – gerade wenn es um konkrete Zahlen geht.
Maria hatte zunächst gar nicht vor, ausgerechnet über Baumkuchen zu schreiben. Die Idee entstand, als im Unterricht über Käsekuchen gesprochen wurde. Dabei erinnerte sie sich an den Baumkuchen-Trend, den sie vor einigen Jahren beobachtet hatte. So kam sie auf die Salzwedler Baumkuchenfabrik. Ihren Themenvorschlag reichte sie ein und bekam überraschend schnell grünes Licht. Auch die Geschäftsführerin antwortete sofort und erklärte sich zu einem Interview bereit. Das Thema lag Maria aber auch persönlich am Herzen: „Ich liebe Baumkuchen. Besonders zur Weihnachtszeit gehört die Spezialität für mich dazu.“, erzählt sie. Als der Artikel fertig war, blieb die Unsicherheit. Würde er tatsächlich veröffentlicht werden? Maria hatte Sorge, dass ihr noch nicht genügend Zahlen und Fakten zur Verfügung standen. Dann kam die Nachricht per E-Mail: Ihr Artikel konnte tatsächlich überzeugen und würde erscheinen. Maria konnte es zunächst kaum glauben. Auch ihre Mutter war überrascht und sehr stolz auf ihre Tochter. Natürlich musste sich Maria am Erscheinungstag gleich selbst eine Ausgabe der F.A.Z. kaufen – ein besonderer Moment, den sie nicht vergessen wird.
Eine neue Sicht auf die Dinge
Das Projekt hat Maria vor allem eines gegeben: mehr Selbstvertrauen. Anfangs sei sie beim Fragenstellen eher zurückhaltend gewesen und habe nicht gewusst, wo sie anfangen sollte. Die journalistische Arbeit habe ihr jedoch gezeigt, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen, nachzuhaken und einer Geschichte Schritt für Schritt auf den Grund zu gehen. Behauptungen allein reichen nicht. Wer etwas schreibt, muss es belegen können. Aber auch die Bearbeitung des eigenen Textes sei wichtig. Hinter einem guten Artikel stecke deshalb viel Arbeit – eine Menge Recherche, Nachfragen und Genauigkeit, so die Schülerin.
Journalistin möchte Maria trotz ihres Erfolgs bei „Jugend und Wirtschaft“ aktuell nicht werden, sieht sich beruflich eher im MINT-Bereich. Dennoch hat das Projekt ihre Begeisterung fürs Schreiben geweckt und ihrem Blick auf Unternehmen verändert. Vorher hätte sie nicht gedacht, dass es so viele Firmen gibt, die interessante und spannende Geschichten zu erzählen haben. Besonders faszinieren sie dabei die Dinge, die ein Unternehmen einzigartig machen – sein Alleinstellungsmerkmal, seine Geschichte und die Menschen dahinter. Und manchmal beginnt eine solche Geschichte eben mit einem Stück Baumkuchen.
In den Sommerferien erhielt Maria dann eine Art ,,Ferienknüllerbotschaft“, auch ihr zweiter Artikel, der die Mundharmonikamanufaktur C. A. Seydel Söhne GmbH in bester journalistischer Arbeit vorstellt, wird veröffent-licht werden. Die Manufaktur ist die derzeit älteste noch produzierende Mundharmonikamanufaktur der Welt und hat ihren Sitz in Klingenthal.
Marias Projektengagement wird somit von der F.A.Z. mit dem Prädikat ,,sehr gut“ wertgeschätzt, sodass sie gemeinsam mit ihrer Lehrerin am 17.09.2026 mit dem Projektpreis im Frankfurter F.A.Z.-Tower von einem der Herausgeber der F.A.Z. ausgezeichnet werden wird.
Dieser Erfolg unterstützt auch den seit diesem Schuljahr existierenden neuen Grundkurs der Q1/2 ,,Wirtschaftsjournalismus“, den Frau Comtesse ab sofort mit dem Zeitungsprojekt unterrichtlich verbindet.


